7 Fragen, die Sie jeder Webagentur vor dem Auftrag stellen sollten
Kurz vorweg: Die meisten teuren Fehler beim Website-Projekt entstehen nicht während der Arbeit, sondern davor — bei der Wahl des Anbieters. Sieben Fragen trennen seriöse Dienstleister von solchen, bei denen Sie später draufzahlen: Wem gehört die Website am Ende? Was kostet die Pflege? Wer ist nach dem Launch erreichbar? Diese Liste können Sie direkt ins nächste Angebotsgespräch mitnehmen — inklusive der Antworten, auf die es ankommt.
Ich baue seit 2009 Websites und übernehme regelmäßig Projekte, bei denen vorher etwas schiefgelaufen ist. Fast immer hätte eine einzige Frage vor Auftragsvergabe das Problem verhindert. Hier sind die sieben wichtigsten.
Frage 1: Gehört mir die Website am Ende — mit Domain, Hosting und allen Zugängen?
Die wichtigste Frage überhaupt. Manche Anbieter arbeiten mit Mietmodellen: Sie zahlen monatlich, aber die Website, die Domain oder die Zugänge gehören dem Anbieter. Kündigen Sie, ist alles weg.
Gute Antwort: „Ja, Domain und Hosting laufen auf Ihren Namen, Sie bekommen alle Zugänge.“ Warnsignal: Ausweichen, „das regeln wir intern“, oder ein Mietmodell ohne Eigentumsübergang. Wie schnell man sonst vor einer Website sitzt, an die man nicht herankommt, beschreibe ich in den 11 häufigsten Website-Fehlern — der Eigentumsfehler steht dort nicht ohne Grund.
Frage 2: Was kostet die laufende Pflege — und was ist inklusive?
Der Kaufpreis ist nur die halbe Rechnung. Fragen Sie nach den laufenden Kosten: Hosting, Updates, Wartung, kleinere Änderungen. Manche Anbieter locken mit niedrigem Einstiegspreis und verdienen an teuren Wartungsverträgen.
Gute Antwort: Klare Zahlen, transparent aufgeschlüsselt, mit Angabe was inklusive ist. Warnsignal: „Darüber reden wir später.“ Später heißt: nach Vertragsunterschrift, wenn Sie nicht mehr wechseln können. Wie hoch laufende Kosten realistisch sind, steht im Beitrag Was kostet eine professionelle Website 2026?.
Frage 3: Auf welcher Technik bauen Sie — und warum?
Sie müssen kein Technik-Experte werden, aber die Antwort verrät viel. WordPress, Baukasten, individuelle Entwicklung, statische Seite — jede Wahl hat Folgen für Tempo, Pflegeaufwand und Sicherheit.
Gute Antwort: Eine Begründung, die zu Ihrem Fall passt („statisch, weil Ihre Seite kaum geändert wird und dann wartungsarm und schnell ist“). Warnsignal: „Immer WordPress“ ohne Rückfrage nach Ihren Bedürfnissen. Wer jedem dasselbe verkauft, denkt nicht über Ihren Fall nach. Ob ein Baukasten für Sie reicht oder nicht, klärt der Beitrag Homepage-Baukasten oder Agentur?.
Frage 4: Wie sorgen Sie dafür, dass ich bei Google gefunden werde?
Eine schöne Website, die niemand findet, ist Geldverschwendung. Suchmaschinenoptimierung muss von Anfang an mitgedacht werden — nachträglich ist es teurer.
Gute Antwort: Konkrete Punkte — saubere Struktur, schnelle Ladezeiten, passende Inhalte, technisches SEO, Google Unternehmensprofil. Warnsignal: „SEO kostet extra“ für Selbstverständlichkeiten wie sinnvolle Seitentitel, oder Garantien wie „Platz 1 bei Google“ (das kann niemand seriös versprechen). Was wirklich über die Auffindbarkeit entscheidet, steht in 10 Gründe, warum Ihre Website bei Google nicht gefunden wird.
Frage 5: Wer kümmert sich um die rechtliche Absicherung?
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner, Barrierefreiheit — in Deutschland kein Kleingedrucktes, sondern Abmahnrisiko. Klären Sie, wer dafür verantwortlich ist.
Gute Antwort: „Wir setzen die Grundlagen sauber um und weisen Sie auf die Punkte hin, die Sie oder ein Anwalt prüfen sollten.“ Warnsignal: Das Thema wird gar nicht angesprochen. Wer über Rechtssicherheit schweigt, hat sie oft nicht auf dem Schirm. Der Beitrag Rechtssichere Website 2026 zeigt, was dazugehört.
Frage 6: Was passiert nach dem Launch — sind Sie dann noch erreichbar?
Viele Probleme zeigen sich erst im Betrieb. Klären Sie vorher, wie Support und Änderungen laufen, wenn die Seite live ist.
Gute Antwort: Ein klarer Weg für Support, benannte Ansprechperson, Reaktionszeiten. Warnsignal: Nach dem Launch nicht mehr erreichbar zu sein ist der Klassiker bei Billiganbietern und Gelegenheits-Erstellern. Genau daraus entstehen die Seiten, die ich später übernehme.
Frage 7: Kann ich Referenzen sehen — und mit Kunden sprechen?
Portfolio-Bilder sagen wenig. Aussagekräftig ist, ob echte, erreichbare Kunden hinter den Projekten stehen.
Gute Antwort: Konkrete, live erreichbare Websites, idealerweise mit der Bereitschaft, den Kontakt zu einem Kunden herzustellen. Warnsignal: Nur Screenshots ohne Links, oder Projekte, die nicht mehr online sind.
Die 7 Fragen im Überblick
- Gehört mir die Website am Ende — mit Domain, Hosting und Zugängen?
- Was kostet die laufende Pflege — und was ist inklusive?
- Auf welcher Technik bauen Sie — und warum?
- Wie sorgen Sie dafür, dass ich bei Google gefunden werde?
- Wer kümmert sich um die rechtliche Absicherung?
- Sind Sie nach dem Launch noch erreichbar?
- Kann ich echte, erreichbare Referenzen sehen?
Wenn ein Anbieter bei den Fragen 1, 2 und 6 klare Antworten gibt, ist die wichtigste Hürde genommen — das sind die Punkte, an denen es später am teuersten wird.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen unseriösen Webdesign-Anbieter? An ausweichenden Antworten zu Eigentum, laufenden Kosten und Erreichbarkeit nach dem Launch. Auch Garantien wie „Platz 1 bei Google“ sind ein deutliches Warnsignal.
Sollte ich immer mehrere Angebote einholen? Ja, zwei bis drei. Aber vergleichen Sie nicht nur Preise — die Leistungen dahinter unterscheiden sich oft stark. Die sieben Fragen helfen, Angebote wirklich vergleichbar zu machen.
Ist die günstigste Agentur die schlechteste Wahl? Nicht automatisch. Entscheidend ist, was enthalten ist. Ein niedriger Preis mit teurem Pflichtwartungsvertrag kann am Ende teurer sein als ein höheres Festpreisangebot.
Muss ich mich mit Technik auskennen, um das zu beurteilen? Nein. Sie müssen die Technik nicht verstehen — nur darauf achten, ob der Anbieter seine Wahl mit Ihrem Fall begründet oder allen dasselbe verkauft.
Was ist die wichtigste der sieben Fragen? Die erste: Gehört Ihnen die Website am Ende? Wer hier nicht klar mit Ja antwortet, disqualifiziert sich für die meisten Fälle selbst.
Fazit
Ein Website-Projekt scheitert selten an der Technik und fast immer an falschen Erwartungen, die vorher nicht geklärt wurden. Diese sieben Fragen kosten Sie zehn Minuten im Erstgespräch und ersparen Ihnen im schlimmsten Fall ein komplettes zweites Projekt. Nehmen Sie die Liste mit — ein seriöser Anbieter beantwortet alle sieben ohne Zögern.
Sie planen ein Website-Projekt und wollen die Fragen gleich stellen? Im kostenlosen Erstgespräch beantworte ich alle sieben von sich aus — und sage Ihnen ehrlich, was für Ihren Fall sinnvoll ist.