Online-Shop erstellen: Shopify, WooCommerce oder selbst gebaut?
Jemand baut seinen Shop mit Wix auf, weil er schnell starten will. Nach einem Jahr: die Zahlungsabwicklung macht Probleme, Produkte lassen sich nicht so filtern wie er möchte, und für jede kleine Änderung braucht er Stunden. Er fragt mich: „Hätte ich das besser aufsetzen sollen?“
Meistens lautet die Antwort: Ja. Nicht weil Wix schlecht ist — sondern weil die Wahl des Systems am Anfang die nächsten Jahre bestimmt. Und das macht man sich selten klar, wenn man einfach schnell loslegen will.
Dieser Artikel hilft Ihnen zu entscheiden, welches System zu nutzen ist, wenn Sie einen Online-Shop erstellen möchten — bevor Sie anfangen.
Die drei grundlegenden Wege
Grob gesagt gibt es drei Kategorien: Hosted-Lösungen wie Shopify, CMS-basierte Lösungen wie WooCommerce auf WordPress, und individuelle Entwicklung. Jede hat ihre Berechtigung — für unterschiedliche Situationen.
Shopify: Einfach, stabil, aber mit Kosten
Shopify ist eine vollständig gehostete Lösung. Das bedeutet: Sie kümmern sich nicht um Server, Updates oder Sicherheit — das macht Shopify. Sie richten Ihren Shop ein, laden Produkte hoch und verkaufen.
Was gut ist: Shopify ist stabil, gut dokumentiert und hat eine riesige App-Bibliothek. Der Einstieg ist vergleichsweise einfach. Viele große und kleine Shops laufen auf Shopify — das hat Gründe.
Was weniger gut ist: Shopify kostet monatlich — aktuell ab 29 Euro im Monat für den Basisplan, bei höherem Umsatz oder mehr Funktionen mehr. Dazu kommen Transaktionsgebühren, wenn Sie nicht den eigenen Zahlungsanbieter nutzen. Und bei sehr spezifischen Anforderungen stoßen Sie schnell an Grenzen, weil Sie nur im Rahmen des Systems arbeiten können.
Shopify passt gut wenn … Sie schnell starten wollen, keine Lust auf Technik haben und bereit sind, monatliche Kosten zu tragen. Besonders gut für physische Produkte mit klarem Sortiment.
WooCommerce: Flexibel, aber pflegeintensiv
WooCommerce ist ein Plugin für WordPress — das weltweit meistgenutzte CMS. Sie installieren WordPress, installieren WooCommerce, richten alles ein. Sie sind der „Eigentümer“ Ihrer gesamten Installation und brauchen selbst Hosting.
Was gut ist: WooCommerce ist kostenlos (das Plugin selbst), extrem flexibel, gut erweiterbar. Fast alles, was Sie sich vorstellen können, lässt sich irgendwie umsetzen. Und wenn Sie bereits eine WordPress-Website haben, ist die Erweiterung um einen Shop logisch.
Was weniger gut ist: WooCommerce braucht Pflege. Updates für WordPress, WooCommerce und die Plugins müssen regelmäßig gemacht werden — sonst entstehen Sicherheitslücken. Das ist kein Problem, wenn man es weiß und einplant, aber viele unterschätzen das. Außerdem sind manche Funktionen, die bei Shopify inklusive sind, bei WooCommerce kostenpflichtige Erweiterungen.
WooCommerce passt gut wenn … Sie bereits WordPress nutzen, spezifische Anforderungen haben oder keine laufenden Plattformgebühren zahlen wollen. Gut geeignet für Shops mit komplexen Produktvarianten oder inhaltslastigem Shop.
Weitere Systeme im Überblick
Wix & Squarespace sind für einfache Shops mit wenigen Produkten akzeptabel. Bei komplexeren Anforderungen stoßen Sie schnell an Grenzen. Ich empfehle sie nicht für ernsthaftes E-Commerce.
Individuelle Entwicklung lohnt sich bei sehr spezifischen Anforderungen: eigene Buchungssysteme, komplexe Produktkonfiguratoren, tiefe Integration in bestehende Software. Aufwändig und teuer, aber manchmal die einzige richtige Lösung.
Was einen Shop wirklich erfolgreich macht
Das ist der Teil, den viele übersehen. Das System ist nur das Fundament. Was darüber entscheidet, ob Besucher kaufen:
Produktbilder. Schlechte Bilder töten Conversions. Wer online kauft, kann das Produkt nicht anfassen — das Bild muss diese Lücke füllen. Professionelle Fotos oder gut gemachte KI-Bilder machen einen enormen Unterschied.
Produkttexte. Technische Spezifikationen allein reichen nicht. Was ist das Besondere? Für wen ist das Produkt? Was löst es? Je klarer das beschrieben ist, desto weniger Unsicherheit beim Käufer.
Checkout-Prozess. Jeder zusätzliche Schritt kostet Kunden. Pflichtregistrierung vor dem Kauf, unübersichtliche Zahlungsseite, fehlende Zahlungsmethoden — das sind die häufigsten Abbruchgründe.
Vertrauen. Impressum, Datenschutz, klare Rückgabebedingungen, echte Bewertungen. Käufer wollen wissen, dass hinter dem Shop ein echtes Unternehmen steckt.
Ein perfekt eingerichtetes Shop-System mit schlechten Produktfotos verkauft weniger als ein einfaches System mit überzeugenden Bildern.
DSGVO und rechtliche Pflichten für Shops
Online-Shops haben besondere rechtliche Anforderungen in Deutschland. Das Wichtigste:
- Vollständiges Impressum mit Handelsregisternummer oder Steuernummer
- DSGVO-konforme Datenschutzerklärung, die alle genutzten Dienste nennt
- Widerrufsrecht und Muster-Widerrufsformular
- AGB (nicht zwingend Pflicht, aber empfehlenswert)
- Preise inkl. MwSt. angegeben, Versandkosten klar kommuniziert
Für die rechtlichen Texte empfehle ich spezialisierte Dienste wie Trusted Shops oder die IT-Recht-Kanzlei — die halten die Texte auch aktuell, was wichtig ist. Ich binde alles korrekt ein, aber die rechtliche Verantwortung liegt bei Ihnen.
Häufige Fragen zum Online-Shop
Was kostet ein Online-Shop?
Die Einrichtungskosten hängen von Umfang, System und Produktanzahl ab. Hinzu kommen laufende Kosten: Shopify ab ca. 29 Euro/Monat, WooCommerce günstiger, aber mit Wartungsaufwand. Nach einem kurzen Gespräch über Ihren konkreten Bedarf nenne ich einen Festpreis ohne Überraschungen.
Shopify oder WooCommerce für kleine Shops?
Für einfache Shops mit wenig Technikaffinität ist Shopify oft einfacher zu handhaben. Für Shops mit besonderen Anforderungen, bestehender WordPress-Seite oder wenn Sie Plattformgebühren vermeiden wollen, ist WooCommerce sinnvoller. Es kommt auf Ihren konkreten Fall an — ich berate Sie gerne.
Kann ich den Shop selbst pflegen?
Ja. Produkte anlegen, Preise ändern, Bestellungen verwalten — das ist bei allen gängigen Systemen ohne Technikwissen möglich. Ich zeige Ihnen nach der Einrichtung alles Notwendige. Für technische Updates und Sicherheit biete ich optional ein Wartungspaket an.
Betreuen Sie auch Shops, die nicht von Ihnen gebaut wurden?
Ja — das ist sogar häufig der Fall. Ich schaue mir Ihren bestehenden Shop an, mache mich mit dem System vertraut und helfe dann: neue Produkte, Anpassungen, technische Probleme, Performance. Einfach beschreiben, was Sie brauchen.